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Es beklagt die Bundesspitze:
“Eine kleine Zaster-Spritze
wird ja wohl genehmigt sein?!“
Vater Staat meint: leider nein.
Chris und Betti weichen edel
aus dem Haus in Großburgwedel
und der BILD-Gelehrte winkt.
Kreuzfahrtdampfer leckt und sinkt,
was auch Tote mit sich bringt.
Hier hilft auch kein S.O.S. –
macht dem Käpt’n den Prozess.
Ja, mit Recht ist nicht zu spaßen.
Acta lockt uns auf die Straßen,
weg vom fiesen Web ins Freie,
dass man „Bin dagegen!“ schreie.
Russen-Pussys singen lieber
Anti-Putin-Demo-Lieder,
doch bald pfeifen diese Flittchen,
bloß „Kalinka“ noch im Kittchen.
Ihre Lage: festgefahren.
Kann Jan Ullrich Ehre wahren?
Nein, er schleift mit platten Reifen
übern matten Seitenstreifen,
dass er in die Hölle fahre!
Schluss mit „Doping für die Haare“,
Richter spricht den Ullrich schuldig!
Nur Europa bleibt geduldig.
Öffnet, so wie Mary Poppins,
seine Schirme, alle hopp ins,
warme, weiche und liquide
Euro-Boot, denn hier herrscht Friede.
Und die Götter? Oh, sie wüten!
Die verdrängten Drachme-Mythen,
diese dreisten Drohgebärden,
scheinen nun Gewahr zu werden.
Unter griechischem Geheule
schwingt das Land die Nazi-Keule.
Geiz scheint nur in Deutschland geil,
Merkel wird die Schuld zuteil.
Schweigen ist mitunter Gold…
Hollywood dagegen zollt
dieser Weisheit ihr Tribut
und verleiht nun wohlgemut
einem stummen Film mit Kläffer
fünf mal Gold – ein voller Treffer!
In Toulouse wird scharf geschossen,
und Total guckt leicht begossen,
weil ein Bohrloch Gas versprießt
und das Leck den Ruf vermiest.
Was, wenn sich das rumerzählt?
Guckt mal, dort wird Gauck gewählt!
Preist den elften Präsidenten
Gab’s ne Wahl und Kontrahenten?
Quatsch, so etwas regelt smart,
man auf harte Ostblock-Art:
Putin mogelt, trotz Gestänker,
sich erneut zum Landes-Lenker.
Günter Grass veröffentlicht
nebenher ein Quatschgedicht.
In New York kommt, 1, 2, 3,
der vermutlich letzte Schrei,
Edvard Munch’s für Geld und Gunst
untern Hammer – das ist Kunst!
Sarkozy lässt, nicht mehr munter,
nun die letzte Hose runter
und muss müde gratulieren,
will schon wieder erigieren
(ups, verschrieben, kann passieren)
denn Hollande will… äh … regieren.
Merkel schmeißt nach Lehrer-Sitte
Röttgen raus – der nächste Bitte.
Richtung Abschluss geht der Trend,
Schleckermann ist insolvent.
Facebook aber hat’s kapiert,
kontrolliert uns und kassiert
nun auch an der Börse – strike!
Zuckerberg klickt keck „I like!“
Gibt’s noch Tradition und Sitten?
Selbstverständlich: in Great Britain.
Glückwunsch, Mam, zu 60 Jahren!
Seht, da wird schon mit Fanfaren
jene Fackel stolz entflammt
und mit ihr durch’s Land gerannt.
Um mit hunderttausend Leuten,
nun die Spiele einzuläuten,
hopst die Queen, den Vögeln gleich,
mit James Bond aufs Königreich.
Bitte mehr solch taffe Taten!
Ein Blick rüber auf die Staaten.
Gegenspieler Romney kichert:
„Offensichtlich Zwangsversichert“,
doch Obama übergeht ihn,
bleibt im Amt und übersteht ihn.
Deutschland schachert um Organe,
Amis pushen Sex-Romane,
Peitschen, Lack- und Lederkleidung,
nur Tom Cruise steht mehr auf Scheidung.
Markenmacht und Schotter-Gier?
Red Bull schließt das Helmvisier
und schon siegt der Basti, Vettel
Gegen Rot im letzten Battle.
Red Bull schließt den Werbe-Bügel
und verleiht Baumgartner Flügel.
Mutig ist er, Felix heißt er,
Spanien wird Europameister.
Lanz schlüpft in den Gottschalk-Schuh,
doch kriegt nicht die Senkel zu.
Berlusconi: Einzelhaft,
Kate und William: Schwangerschaft,
Hilfe! Kate ist plötzlich schlecht!
Hatten doch die Maya recht?
Rheinland-Pfalz ruft: „Bye, bye, Beck!“,
18 Jahre, weg vom Fleck.
Ebenfalls zurückgetreten,
sind, wenngleich auch ungebeten,
Doktor Sommer, Donna Summer,
„Hot Stuff“ war der Oberhammer.
Wir sind für ihr Schaffen dankbar,
Hagmann, Struck und Ravi Shankar.
Houston singt den letzten Hit,
Armstrong macht den letzten Schritt.
Niemals warn die Hüften steif,
Robin Gibb will stay alive
und Dirk Bach macht Schluss mit Scherzen,
heiße Weihnacht wärmt die Herzen.
Liebes Jahr, es gab auch Gutes,
nimm das Schlechte kühnen Mutes,
reflektier es und bereu es
und dann rufe: frohes Neues!
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073. Bäcker
Herr Muster’s Wecker schellt nun schon
des Nachts um ein Uhr dreissig.
Als bester Bäcker der Nation
ist er jetzt wach und fleissig.
Er mischt und knetet seinen Teig
nach alten Traditionen.
Der Duft führt auf dem Bürgersteig
zu Halluzinationen.
Denn manche Zutat ist recht stark
und öffnet das Bewusstsein.
Isst man sein Backwerk jeden Tag
gibt’s Zwicken links vom Brustbein.
So fand manch Kunde schon den Tod,
weshalb den Job verlässt er.
Fortan steht er in Lohn und Brot
als Lebensmitteltester.